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Yoga in Ebringen

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23.10.2020

Ein paar Gedanken zur Zeit

Zeitraum.jpg“Ich hatte noch soviel Zeit mit den Kindern wie während des Lockdowns.” - so oder so ähnlich habe ich viele Eltern über die Zeit ab dem 19. März reden gehört.Aber: stimmt das denn? Denn “Zeit haben” wir ja eigentlich immer. Nur: nehmen wir sie uns denn? Und warum muss erst eine verordnete Auszeit kommen, damit wir wieder Zeit für unsere Kids, füreinander, für die kleinen Dinge haben? Wie das ist mit unserem Verhältnis zur Zeit, darüber möchte ich im Folgenden ein bißchen tiefer nachdenken.

Die Zeit vergeht nicht. Zeit entsteht. Sie wächst überall dort, wo man sie teilt.

Neulich in der Männeryogastunde: nach 60 Minuten fordernderen Asansas, als die Gruppe es eigentlich gewöhnt ist, und einer Entspannung, die ich den Herren sonst so spät am Abend eher nicht zumute, sagt einer der Teilnehmer: “Warum ist die Zeit den heute so schnell vorbei gegangen?” Ich dagegen hatte mich die ganze Zeit gefragt, ob ich die Yogis tatsächlich “so lange” in Shavansana liegen lassen kann. Aha: Zeitempfinden ist subjektiv. Oder vielmehr: abhängig von dem, was wir in dem Moment tun (oder auch nicht tun).

Aber wie war das jetzt während des Lockdown? Ja, klar, wir mussten uns erst in die neue Situation einfinden, aber dann? War da doch ganz viel Zeit. nein, stopp, die Zeit war ja auch vorher schon da, wir konnten sie nur jetzt ganz neu wahrnehmen: keine Termine mehr. Keine Hetze morgens zur Schule und zur Arbeit. Keine privaten Treffen, keine Veranstaltungen, keine Verpflichtungen. Aha, so ist das also, Zeit zu “haben”. und weil wir ja eh nichts anderes machen konnten, haben wir sie gemeinsam in unseren “Kohorten” verbracht: gespielt, gemeinsam Naturdokus geguckt, gelesen, Neues ausprobiert. Hat sich ganz schön intensiv angefühlt. Und ruhig. Mehr als eine meiner Freundinnen hat gesagt, wie gut es getan hat, diese Zeit zu “nutzen”. Noch so etwas, was wir mit der Zeit “machen”: wir haben sie (oder auch nicht), wir nutzen sie, wir verplempern sie, wir verkürzen oder verlängern sie, wir lassen sie vergehen…

Das alles lässt darauf schließen, dass wir Macht haben über die Zeit, dass wir mit ihr tun und lassen können, was wir wollen. Gleichzeitig nutzen wir Worte, die uns als völlig machtlos dastehen lassen: “Ich muss mir einen Termin frei halten.”, “Dafür finde ich keine Zeit.” oder (mit noch weniger Mut) “Ich schaff es heute zeitlich nicht.”. Was für ein Korsett, in das wir uns in Zusammenhang mit der Zeit zwängen.

Dabei gibt es eigentlich nur eins über die Zeit zu sagen: sie ist da. So wie wir auch, Nicht mehr und nicht weniger. 

Was für eine Freiheit. Was für ein Reichtum.

Wenn ich mir diesen Umstand bewusst mache und mir gleichzeitig gewahr bin, was ich für Worte nutze, um meinen Umgang mit dem Element “Zeit” zu beschreiben, dann ist es auf einmal ganz einfach. Ich stopfe meinen Alltag nicht mehr mit Terminen voll, sondern spiele mit dem Raum der da ist und sich plötzlich ausdehnt. denn, wie Astrid Lindgren es so schön formuliert: ”Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen.” So wie mein Opa oder mein alter Nachbar oder Björn Kern, der Autor von “Das Beste, was wir tun können, ist nichts.”. 

Und dann habe ich auch keine Angst mehr, vor dem, was uns diesen Winter erwartet: Teil-Lockdown, Rückzug, Beschränkungen. Denn dann genieße ich es, in die Stille zu gehen. Ich freue mich darauf, die Zeit mit den Menschen zu teilen, die mir wirklich wichtig sind.

Ich empfange Zeit und gebe sie weiter. Mehr muss nicht. Alles darf passieren.

Admin - 18:50 | Kommentar hinzufügen

 


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